Ein Geheimnis guter Tracks ist ein lebendiger Mix. Sounds, Background-Vocals und andere Instrumente wandern im Panorama umher, Effekte kommen und gehen, Filter öffnen und schließen sich. Alles Funktionen, für die man beim Schrauben an den Reglern mehr als zwei Hände braucht. Gut, dass moderne Audioworkstations wie FL Studio beliebig viele Parameter automatisieren können. Und nicht selten erfährt ein Track in dieser Phase den entscheidenden kreativen Schub.
1. Download & Setup
Im Laufe dieses Workshops ist FL Studio in die nächste Runde gegangen und hat neben zahlreichen Detailverbesserungen vor allem eine Fülle neuer Klangerzeuger und Effekte bekommen. Geblieben ist die Gratis-Demo, die man von der Webseite des Herstellers herunterladen kann. Nach einem Doppelklick auf den gut 190 MB großen Installer kopiert FL Studio alle nötigen Daten und Samples in das Programmverzeichnis.
2. Instrument laden
Um Parameter überhaupt automatisieren zu können, benötigen wir zuerst ein Instrument, das wir aus der großen Auswahl im Browser (linke Randspalte) einfach auf die Oberfläche ziehen. Virtuelle Klangerzeuger findest du in der "Plugin Database" unter Generatoren - Synthesizer. Im Beispiel wählen wir den subtraktiven Synth "Sawer". Klar, dass du statt dessen auch jedes andere Instrument aus der Liste verwenden kannst.
3. Noteneditor öffnen
Der schnellste Weg, den Synthesizer zum Spielen zu bringen, ist, in den Noteneditor ein paar MIDI-Noten einzuzeichnen. Dazu öffnen wir die sogenannte Pianorolle, einen einfachen MIDI-Editor, der in der Vertikalen die Notenskala, in der Horizontalen die Zeitachse zeigt. Per Rechtsklick in den Sequenzer öffnest du ein Kontextmenü. Wähle hier die Funktion "Piano Roll".
4. Noten einzeichnen
Setze nun nach Belieben ein paar Noten an verschiedene Positionen im Noteneditor. Achte darauf, die Phrase nicht länger als zwei Takte zu wählen, die letzte Note sollte also nicht über die senkrechte Linie mit der Nummer 3 hinausragen. FL Studio spielt die Sequenz automatisch in einer Endlosschleife ab. Klicke dazu den kleinen horizontalen Pfeil rechts neben der Werkzeugleiste des Editors.
5. Parameter auswählen
Jetzt wird es Zeit, einen Parameter des Synthesizers zu automatisieren. In FL Studio lässt sich grundsätzlich jeder Schalter, Regler, Fader oder Button mit einer Automatisierung, sogenannten Events, belegen. Auf diese Weise kannst du zum Beispiel einen Filterverlauf erzeugen, ohne ständig selbst an den Reglern drehen zu müssen. Klicke mit der rechten Maustaste auf den gewünschten Parameter und wähle die Funktion "Edit event".
6. Quantisierung
Nun öffnet sich ein Event-Editor, der im Prinzip dem MIDI-Editor sehr ähnlich ist. Auch hier findest du in der Horizontalen die Zeitachse, in der Vertikalen trägst du den gewünschten Parameterwert zu einem bestimmten Zeitpunkt ein. Neben harmonischen Verläufen werden dadurch auch reizvolle Parametersprünge möglich, die man manuell in dieser Geschwindigkeit kaum realisieren kann. Ein Klick auf das Magnet-Symbol erlaubt eine feste Quantisierung.
7. Verlauf einzeichnen
Zeichne nun mit gedrückter Maustaste einen beliebigen Parameterverlauf in den Event-Editor. Welche Form du anfangs wählst, ist nicht wichtig. Drücke nun die Play-Taste in der Kopfleiste rechts neben den Werkzeugen und beobachte den automatisierten Regler im virtuellen Klangerzeuger. Wie von Geisterhand folgt er nun dem eingezeichneten Werteverlauf. Nutze die Funktion Edit - Delete im Dateimenü (links neben den Werkzeugen), um mit verschiedenen Automationsformen zu experimentieren.



