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Hamburger Punk macht Schule

21. März 2011, von  Nadine Lischick
Newcomer-Tipp (3): Minna von Bahrenfeld. In unregelmäßigen Abständen stellen wir spannende Künstler ohne Plattenvertrag vor, die sich auf MySpace präsentieren. Hörenswert heute: der treibende Sound eines Hamburger Punk-Trios, das gerade an seinem Debütalbum bastelt.
Sängerin Laura Tippenhauer und ihre Jungs (Foto: Tim Bruening).

Wer es ist: Minna von Bahrenfeld kommen - na klar - aus Hamburg. Den Stadtteil Bahrenfeld kennen wir schließlich schon: Aus dem Tocotronic-Song "Nach Bahrenfeld im Bus". Die Kunststudentin Laura Tippenhauer gründete die Band vor eineinhalb Jahren mit dem Schlagzeuger Kristoffer Pohl. Der wechselte mittlerweile an den Bass und machte am Schlagzeug Platz für Ramon Beinecke. Mit ihrem Auftritt beim Hamburger Reeperbahn-Festival sowie Konzerten als Support von Jochen Distelmeyer und Ghost Of Tom Joad machten Minna von Bahrenfeld - übrigens nicht zu verwechseln mit Lessings Lustspiel "Minna von Barnhelm" - sich auch über die Stadtgrenzen hinaus schon einen Namen.

 

Wie es klingt: "Gedeihen und Verderben" heißt die erste, selbst veröffentlichte EP von Minna von Bahrenfeld, die sie noch als Duo aufnahmen. Gregor Hennig, der schon mit den Sternen und Bernd Begemann arbeitete, griff ihnen dabei unter die Arme. Das Ergebnis: "Keine lauwarme Milch bitte, danke" klingt, als würde Karen O von den Yeah Yeah Yeahs jetzt in einer deutschsprachigen Punkband singen. Das ruhige "Pass gut auf" beweist, dass Minna auch anders können, doch die meisten ihrer Songs sind vom treibenden Schlagzeug und dissonante Gitarrenmelodien geprägt. Und natürlich von Laura Tippenhauers kratziger Stimme, die sich immer wieder überschlägt.

 

Was schön ist: Minna von Bahrenfelds Sound ist eigen, anders und speziell. Und der Tatsache, dass es in Deutschland außer im Pop und Mainstream kaum Sängerinnen gibt, gehört sowieso mal ein Ende gesetzt. Derzeit arbeiten Minna von Bahrenfeld an ihrem ersten Album. Kristoffer Pohl verrät: "Die neuen Songs sind noch punkiger, irgendwie tanzbarer und haben mehr Power."

 

Was schade ist: Laura Tippenhauers Stimme ist definitiv gewöhnungsbedürftig. Wer nicht gerne angeschrien wird, für den ist Minna von Bahrendfeld vermutlich nichts.


Hörproben, Live-Termine und Infos unter: www.myspace.com/minnavonbahrenfeld


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