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Drei Freunde müsst ihr sein (Teil 2)

03. Juni 2010, von  Alexandra Pilz und Bernhard Blöchl
Muse sind eine der größten Bands unserer Zeit. In diesem Sommer touren die englischen Art-Rocker durch die Stadien Europas. Im zweiten Teil des Interviews geben Matt Bellamy und Chris Wolstenholme Tipps für Newcomer-Bands.
Geküsst von der Muse: das Trio Muse (Fotos: Danny Clinch).

Im ersten Teil des Gesprächs ging es um die aktuelle Platte und die jüngere Vergangenheit. Am Ende des alten Jahrzehnts sind Muse so populär wie nie, nun stehen Stadionkonzerte und große Festivals an. Wo seht ihr euch in der Zukunft?

 

Chris: Wir denken nie zu weit in die Zukunft. Wir haben jetzt erst einmal viele Konzerte vor uns. Wir haben immer viel geschrieben, wenn wir auf Tour waren, aber das haben wir jetzt eingestellt. Es kam vor, dass wir Songs schrieben, die sich plötzlich alt anfühlten, als wir sie aufnehmen wollten. "Hysteria" ist so entstanden - gut, dass wir es damals so gemacht haben. Wir haben es live gespielt, während der "Origin Of Symmetry"-Tour. Wir machen das nicht mehr, weil das Live-Gefühl die Songs zu sehr prägen kann. Wir trennen das jetzt.  

 Muse

Welche Tipps habt ihr für junge Bands, die mit ihrer Musik ebenfalls Erfolg haben wollen?

 

Chris: Das Wichtigste ist, dass man Musik genießt. Nur um Erfolg zu haben, reich zu werden oder ein Star zu sein, sollte man nicht in einer Band spielen. Das ist eher kontraproduktiv. Du musst in einer Band sein, weil du es liebst, Musik zu machen. Und wenn etwas dabei herauskommt, ist es großartig. Und wenn nicht, sollte man es trotzdem genießen, Musik zu machen. Und dann spielt natürlich Glück eine große Rolle. Du musst zur richtigen Zeit von den richtigen Leuten gesehen werden. Es gibt vielleicht hunderttausende Bands, die das Zeug dazu hätten, richtig groß zu sein, wenn sie nur zur richtigen Zeit von den richtigen Leuten gesehen worden wären. Aber so ist das Leben. Das gilt für Schauspieler genauso wie für Fußballer.

 

Glaubst du, die Freundschaft innerhalb der Band ist ein Grund für euren Erfolg?  
 
Chris: Ich glaube schon. Zu der Zeit, als wir unseren Vertrag unterschrieben, gab es viele Bands, die mit uns aufkeimten. Keine von ihnen hat mehr als ein oder zwei Alben geschafft. Das Gute bei uns ist tatsächlich, dass die Band auf Freundschaft basiert. Viele kommen zusammen wegen der Band und werden dann Freunde. Wir waren schon vor der Band Freunde. Schon, als Matt und Dom jeweils in anderen Bands waren, kannten wir uns recht gut. Die Freundschaft hält unsere Band zusammen.


Kurzinfo: Muse

 

Im vergangenen Oktober gewannen Muse den "Q Award" für den "Best Live Act In The World Today" - die folgerichtige Auszeichnung für die drei Jungs aus dem südenglischen Teignmouth, deren Bühnenqualitäten in den Jahren zuvor schon mehrmals mit Preisen belohnt wurden. Seit ihrem ersten Album "Showbiz" (1999) gehören Matthew Bellamy (Gesang, Gitarre, Piano und Songwriting), Chris Wolstenholme (Bass) und Dominic Howard (Drums) zu den fleißigsten Live-Musikern, die sich zunächst in England, dann im restlichen Europa und inzwischen auch in den USA ihre Fans erspielten. Fünf Studioplatten haben die Art-Rocker bislang veröffentlicht: "Showbiz", "Origin of Symmetry" (2001), "Absolution" (2003), "Black Holes and Revelations" (2006), bevor im Herbst 2009 das erste, eigenproduzierte Album "The Resistance" folgte. Die Markenzeichen von Muse: die perfekte Verschmelzung von gewaltiger Rockmusik mit klassischen Piano-Elementen, die mehrere Oktaven umspannende Stimme von Matt Bellamy, dessen geniales Gitarrenspiel sowie die komplexen, vielschichtigen Stücke, die im Pop der Nullerjahre ihresgleichen suchen.