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Der Erfolgskurs für Bands (Teil 4)

28. Juni 2010, von  Christian Einsiedel
Egal, welche Ziele deine Band verfolgt - es gibt Grundlagen, die jede Gruppe weiterbringen. In unserem Workshop setzen wir diese Erfolgsbausteine Schritt für Schritt zusammen. Thema des vierten Teils: erfolgreiche Live-Auftritte.
Foto: Pixomar/FreeDigitalPhotos.net.

Life Is Live

 

Bisher ging es um gelungene Proben und Soundchecks. Heute sind wir Live On Stage und geben alles dafür, dass ihr beim Publikum einen guten Eindruck hinterlasst. Dafür sind, je nach Musikrichtung, ganz unterschiedliche Dinge wichtig. Beim R'n'B zählt die Choreografie, beim Heavy Metal die Aggression, beim Jazz gelungenes Improvisieren, beim Funk tanzbarer Groove. Die Liste ließe sich fortsetzen. Gemeinsam ist aber allen Live-Gigs, dass sie eben live sind: Die Performance findet im Hier und Jetzt statt, vor einem Publikum, das extra dafür zusammengekommen ist (und hoffentlich Eintritt gezahlt hat). Ihr seid dafür verantwortlich, diese Menschen nicht zu langweilen. Sie sollen etwas erleben, euch erleben! Euer Konzert soll etwas Außergewöhnliches sein. Sonst könnte man ja bequem eure CD hören.  

 

Express Yourself

 

Wie ihr dieses Konzerterlebnis ausgestaltet, hängt, wie gesagt, vom Musikstil ab. Dennoch sollte allen in der Band bewusst sein: Auf der Bühne geht es um Performance. Zwar soll sich niemand eine Rolle aufzwingen, die ihm nicht liegt, und es müssen auch nicht alle im gleichen Maß die Fans animieren. Wichtig ist aber, dass jeder seinen Raum bewusst einnimmt. Schaut euch Live-DVDs bekannter Bands unter diesem Gesichtspunkt an. Ihr werdet sehen, dass gerade der Mix aus ruhigen und aktiven Performern ein gutes Gesamtbild abgibt - und dass dennoch jedes Bandmitglied kraftvoll und mit Bühnenspannung auftritt. Sprecht über diese Rollenverteilung, bevor ihr euch präsentiert. Genau wie über eure Outfits. Auch dabei gilt: Jeder soll sich wohl fühlen, und es soll stimmig sein.   

 

Keep the Fire Burning

 

Wichtig ist auch die Dramaturgie eures Sets. Anfänger spielen oft drei schnelle Stücke gefolgt von einer Ballade und wundern sich, dass ihr mühsam aktiviertes Publikum danach nicht mehr in Schwung kommt. Kontraste sind zwar wichtig, aber auch zwischen Uptempo-Nummern kann man variieren - und sich dann bei der Zugabe doch noch über Feuerzeuge freuen. Baut eure Songabfolge so auf, dass sie einem Plan folgt, ohne eintönig zu werden. Und findet dabei eure Antwort auf die Frage, warum man euch länger als für ein paar Songs zuhören sollte. Dazu gehören auch gelungene Übergänge und Ansagen.

 

Nicht immer muss geredet werden - wenn ihr nichts zu sagen habt, macht lieber Musik und koppelt ruhig auch mal zwei, drei Stücke direkt aneinander. Oft muss aber ein Umbau überbrückt werden, oder jemand braucht Zeit zum Nachstimmen. Eine gute Ansage hält die Energie zwischen Band und Publikum. Zum Beispiel mit einer Bemerkung zur Stadt, in der ihr auftretet, oder mit Frage-Antwort-Spielchen, die Gemeinsamkeit schaffen. Achtet dabei auf gute Aussprache (vor allem, wenn ihr nur am Background-Mikro steht) und macht keine Insiderwitze. Denn jeder, den ihr ausschließt, entzieht euch ebenfalls die Aufmerksamkeit.


Get Into The Groove

 

Entscheidend ist, dass ihr euer Publikum bewegt. Dazu müsst ihr durchlässig bleiben, also echte Emotionen zulassen und nachspüren, was die Menschen fühlen, für die ihr spielt. Das erfordert Mut, genau wie Mitmachaktionen. Dieser Mut sorgt aber dafür, dass euer Publikum sich berührt und eingebunden fühlt. Gebt daher Gas und lasst nicht nach, auch wenn nicht sofort etwas zurückkommt - je länger ihr spielt, desto deutlicher werdet ihr spüren, dass sich euer Einsatz lohnt.


Wie ihr diese Power auch bei euren Studioaufnahmen abrufen könnt, erfahrt ihr in der nächsten Workshop-Folge. In Kürze hier auf musicsupporter.de.

Der Autor

Foto: hasskarl.de

Christian Einsiedel studierte Publizistik, Philosophie und Musikwissenschaft. Nach Jobs als Multimedia-Projektleiter, TV-Redakteur, DJ und Tonstudiomanager betreute er seit 2005 die innerdeutsche Expansion der Musik- und Medienakademie Deutsche POP. Aktuell fungiert er als "Leiter Personal & IT Systems" der Mutterfirma music support group. Als passionierter Musiker arbeitet er zudem in seiner Freizeit als Bandcoach, organisiert Workshops und bereitet junge Künstler auf Konzerte und Studioaufenthalte vor.