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Der Erfolgskurs für Bands (Teil 3)

03. Mai 2010, von  Christian Einsiedel
Egal, welche Ziele deine Band verfolgt - es gibt Grundlagen, die jede Gruppe weiterbringen. In unserem Workshop setzen wir diese Erfolgsbausteine Schritt für Schritt zusammen. Thema des dritten Teils: erfolgreiche Proben und Soundchecks.
Foto: Pixomar/FreeDigitalPhotos.net

In der vorherigen Folge ging es um die musikalische Arbeit an euren Songs. Heute lernen wir Hilfsmittel kennen, mit denen die Probe effektiver wird, und bereiten uns dann auf einen gelungenen Soundcheck vor. 

  

This is how we do it

 

Erstaunlich ist, wie wenige Bands die Formteile ihrer Songs klar benennen. Stattdessen wird vor jedem Einstieg diskutiert, weil nicht klar ist, welche Stelle mit "Rock-Part" oder "noch mal ab A-Dur" gemeint ist. Spart euch das, indem ihr den Song-Ablauf durchsprecht und die Part-Namen mit der Akkordfolge aufschreibt. Für den Proberaum gern auf ein großes Plakat, für die Heimarbeit einfach auf das Blatt mit dem Text.

 

Wenn ihr auf einen Gig hinarbeitet, braucht jeder eine Setlist – das ist die Abfolge der Songs, die ihr beim Konzert spielen wollt. Praktisch ist auch, wenn jeder seinen privaten Kalender dabei hat und zusätzlich ein Wandkalender mit allen Band-Terminen im Proberaum hängt. Außerdem solltet ihr für eine Mitschnittmöglichkeit sorgen – nicht, um perfekte Aufnahmen zu machen, sondern einfach als Kontrollmöglichkeit. Denn erst beim späteren Anhören könnt ihr Timing-Schwankungen oder andere Probleme objektiv beurteilen. 

 

Ready to go

 

Wenn die Songs sitzen, könnt ihr euch schon im Proberaum auf den Bühnen-Soundcheck vorbereiten: Wenn ihr singt, gewöhnt euch an, ganz nah ans Mikro zu gehen, den Korb aber nicht mit der Hand zu umfassen. So vermeidet ihr Feedbacks. Gitarristen stimmen die Lautstärke ihrer Clean- und Crunch-Sounds und der verschiedenen Effekte aufeinander ab (Bassisten ebenso, wenn sie mit Effekten arbeiten). Keyboarder programmieren ihre Sounds alle auf einen ähnlichen Ausgangspegel. Einigt euch außerdem auf ein bis zwei Titel, die ihr beim Soundcheck spielt. Diese sollten typisch für euch sein und die ganze Band inklusive Backgrounds in Aktion zeigen. Nicht zuletzt: Schreibt einen Technical Rider, also eine Übersicht für den Tontechniker, wie eure Bühnenaufstellung aussieht und welche Einzelsignale abzumischen sind.  

 

Make it work

 

Am Auftrittsort gilt dann: Die Probe ist vorbei, geübt wird nicht mehr. Vielmehr geht es darum, dem Tontechniker zunächst jedes Signal einzeln und später ein paar kurze Eindrücke vom Gesamtsound zu liefern und dann euren Monitormix einzustellen. Von der Bühne soll jeweils nur der Sound kommen, der gefragt ist, und zwar so lange, bis der Mischer ein Okay gibt. Schlagzeuger lassen die einzelnen Trommeln ausklingen, und Sänger sollten nicht einfach ins Mikro reden, sondern den lauten Pegel liefern, mit dem sie später auch singen.

 

Wenn die Einzelsignale in Ordnung sind, spielt ihr euren Soundcheck-Song, am besten direkt ab dem Refrain. Danach könnt ihr Monitor-Wünsche äußern. Wenn nicht jeder ein Mikrofon vor der Nase hat, fragt der Sänger die Bedürfnisse jedes einzelnen ab und gibt sie zum Mischer weiter: „Der Bassist braucht mehr Bassdrum, mehr Leadgesang und weniger Keyboard“. Denn geordnete, deutliche Kommunikation spart (nicht nur hier) Zeit und Nerven. Haltet euch also bereit, aber gebt wirklich nur laut, wenn ihr auch dran seid. Gerade wenn ihr ohne eigenen Tonmann arbeitet, hilft ein professioneller Eindruck beim Soundcheck, den Mischer vor Ort für euch zu gewinnen.


Im vierten Teil des Workshops erfahrt ihr, was ihr sonst noch für einen gelungenen Auftritt tun könnt. In Kürze hier auf musicsupporter.de.


Der Autor

Foto: hasskarl.de

Christian Einsiedel studierte Publizistik, Philosophie und Musikwissenschaft. Nach Jobs als Multimedia-Projektleiter, TV-Redakteur, DJ und Tonstudiomanager betreute er seit 2005 die innerdeutsche Expansion der Musik- und Medienakademie Deutsche POP. Aktuell fungiert er als "Leiter Personal & IT Systems" der Mutterfirma music support group. Als passionierter Musiker arbeitet er zudem in seiner Freizeit als Bandcoach, organisiert Workshops und bereitet junge Künstler auf Konzerte und Studioaufenthalte vor.