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Der a-ha-Effekt (Teil 2)

15. Oktober 2010, von  Bernhard Blöchl
Das Ende naht: Im Dezember geben a-ha ihr letztes Konzert. 25 Jahre nach dem Hit "Take On Me" soll Schluss sein. Davor haben wir Morten und Paul in München getroffen. Im zweiten Teil des Interviews verraten die Stars aus Norwegen, worauf Newcomer achten sollten, um Erfolg zu haben.
Paul, Morten, Magne (von links; Fotos: MLK, Warner Music).

Im ersten Teil des Interviews ging es unter anderem um eure Anfänge als Musiker. Welche Tipps habt ihr für junge Kollegen?

 

Paul: Es ist sinnlos, wenn du Musik nicht liebst. Heutzutage ist das Musikgeschäft so verrückt geworden. Mit Musikverkäufen verdienst du kein Geld mehr. Deshalb wird es immer wichtiger, aufzutreten. Nur so lässt sich noch etwas verdienen. Für jemanden, der nicht gerne auftritt, wird es schwierig - selbst, wenn er ein großer Künstler ist. Aber gleichzeitig wird es immer einfacher, Musik zu machen. Wir mussten damals unser ganzes Geld zusammenkratzen, um unsere Musik aufzunehmen. Das war einmal ein großer Aufwand. Aus diesem Grund bin ich neidisch auf die Leute heute, die einen Computer haben. Es ist viel einfacher, Musiker zu produzieren, die auf einem gewissen Level ist. Aber das wiederum macht es nicht einfacher, erfolgreich zu werden.

 

Morten: Am wichtigsten ist Identität. Konzentriert euch darauf: auf wahre Identität. Mein Rat ist: Tut nicht, was alle andere tun. Tut es nur, wenn es euch stimuliert. Wenn du daraus einen Kick ziehst, bist du auf dem richtigen Weg. Und habt Respekt vor der sehr leisen, kleinen Stimme in euch, die eine Meinung hat. Das ist die Tür zu deiner eigenen Identität, wer und was du bist. Von hier kommt der eigene Ausdruck, denn den kannst du dir nicht von jemand anderem leihen.

 

Das ist nur nicht so leicht herauszufinden, nicht wahr?

 

Morten: Wenn du etwas Wundervolles und Großes willst, dann such nach etwas Kleinem. Alles beginnt hier, nichts beginnt groß. Wenn du einen großen Song suchst, such einen kleinen. Einen so kleinen, das du ihn kaum hören kannst. Darin ist dann der große Song, er wird groß werden.

 

Best-Of-CD 25Danke für die Ratschläge. Zum Abschluss sei noch die Frage erlaubt: Gibt es eine Chance auf ein a-ha-Comeback?

 

Morten: Das ist Spekulation. Man kann sagen, dass es immer eine Chance gibt. Wir sind nach wie vor aktiv, haben kürzlich eine neue Single gemacht - da ist nichts von Rückzug zu spüren. Und den Text kann man auch interpretieren ...

 

Darin heißt es "Butterfly, butterfly, flutter In to the skies". Soll das heißen, dass alles offen ist?

 

Morten: Genau, alles ist offen. Das ist das Schöne daran, denn so ist es wirklich.  

 

 


Im ersten Teil des Interviews geht es um die Gründe für das Aus und um Fluch und Segen eines frühen Hits (siehe weitere Artikel).


Kurzinfo: a-ha

  • 1982: Paul Waaktaar-Savoy (Gitarrist und Songwriter) und Magne Furuholmen (Keyboarder, Gitarrist, Songwriter) gründen die Synthie-Pop-Band a-ha, der sich etwas später Morten Harket (Gesang) anschließt
  • 1985: a-ha gelingt mit dem Hit "Take On Me" der internationale Durchbruch; im Oktober erscheint das Debütalbum "Hunting High and Low"; die drei Freunde aus Oslo werden zu Popstars
  • 1987: a-ha schreiben mit "The Living Daylights" das Titellied zum James-Bond-Film "Der Hauch des Todes"
  • 1993: Die Wege der drei Norweger trennen sich; Soloprojekte
  • 2000: Comeback mit der Platte "Minor Earth, Major Sky"
  • bis 2009: a-ha veröffentlichen insgesamt neun Studioalben   
  • 2009: a-ha geben das Ende der Band bekannt
  • 2010: Die Best-of Platte "25" erscheint; Abschiedstournee
  • weltweit haben a-ha bisher 80 Millionen Platten verkauft 


Die Abschiedstournee: "Ending On A High Note"

 

  • 18.10. München, Olympiahalle
  • 19.10. Stuttgart, Porsche-Arena
  • 21.10. Nürnberg, Arena
  • 22.10. Leipzig, Arena
  • 23.10. Rostock, Stadthalle
  • 25.10. Braunschweig, Volkswagen-Halle
  • 26.10. Mannheim, SAP-Arena
  • 28.10. Hamburg, Color-Line-Arena
  • 29.10. Berlin, O2-World