Mehr Frische-Kicks für den Kopf
Wenn dir die Übungen im ersten Teil Spaß gemacht haben, dann nimm sie einfach mit ins Studio, in deine Garderobe, in den Tourneebus. Spürst du schon eine Wirkung? Kannst du dich besser konzentrieren? Dann erweitere dein Repertoire für frische Gehirnzellen doch mal mit dem folgenden Mini-Training, das dir eine präsente Ausstrahlung schenkt. Es besteht aus drei Schritten und dauert eine Minute. Die Übungen solltest du im Stehen ausführen. Danach bist du hellwach und bereit für das Rampenlicht.
Mehr Präsenz
- Lege die linke Hand auf den Nabel und rubble mit der rechten die beiden Kuhlen zwischen Schlüsselbein und Brustbein. Dabei massiert dein rechter Daumen die rechte Kuhle, Zeige- und Mittelfinger zusammen die linke. Wechsle nach etwa zehn Sekunden die Hände.
- Lege dann wieder die linke Hand auf den Nabel und rubble mit der rechten oberhalb und unterhalb der Lippen. Rechter Zeige- und Mittelfinger liegen zusammen und massieren die Partie zwischen Nase und Oberlippe, indem sie die Haut mitnehmen - in einer horizontalen Bewegung. Gleichzeitig massiert dein rechter Daumen die Partie unterhalb der Unterlippe auf die gleiche Weise, parallel zu den Lippen. Wechsle nach etwa 10 Sekunden die Hände.
- Für den dritten Teil der Übung liegt wieder die linke Hand auf dem Nabel, die rechte massiert jetzt das Steißbein, auf und ab. Wechsle nach etwa 10 Sekunden die Hände.
Die Nabel-Hand bleibt bei allen Übungen ruhig und sanft liegen. Du verbindest mit diesen drei Griffen die linke und die rechte Gehirnhälfte, dein Vorder- mit dem Hinterhirn und das Gehirn mit dem Körper. Damit bewirkst du, dass deine Nervenzellen perfekt funktionieren.
Stirn-Hinterkopf-Halten
Du fühlst dich vollkommen präsent, bist im Moment aber ziemlich gestresst? Dann solltest du mit dem Stirn-Hinterkopf-Halten Ruhe und Klarheit in deine Gedanken bringen. Auch wenn du dich gerade über jemanden geärgert hast, kannst du diese Übung anwenden, um deinen Kopf wieder frei zu bekommen. Du erkennst dabei sehr schnell, was für dich wichtig ist und was weniger Beachtung verdient. Nach dieser ausgleichenden Aktivierung deines Gehirns kannst du dich wieder viel besser auf deine eigentliche Aufgabe konzentrieren.
Übung: Das Stirn-Hinterkopf-Halten kannst du bequem im Sitzen machen. Deine Füße sollten guten Bodenkontakt haben, also nicht übereinandergeschlagen sein. Lege eine Hand an die Stirn, die andere an den Hinterkopf. Bleib zwei Minuten oder länger in dieser Haltung. Wechsle dann die Hände. Deine Schultern sollten dabei vollkommen entspannt bleiben.
Mut!
Zweifelst du gerade an deinen Fähigkeiten? Kannst du dich deshalb nicht gut konzentrieren? Bei Kreativen ist das vollkommen normal. Zweifel können uns dazu veranlassen, unsere Performance zu überarbeiten und zu verbessern. Aber manchmal sind wir unseren Gefühlen auch einfach ausgeliefert, wir fühlen uns dann ohne Grund mutlos. Wenn es dir an Selbstvertrauen mangelt, hilft dir eine Handhaltung aus dem Yoga, die deine Zuversicht nachhaltig stärkt. Du kannst die Hände dabei locker in den Schoß legen. Das reduziert auch Lampenfieber auf ein erträgliches Maß.
Übung: Falte die Hände. Lege dann die Spitzen deiner Daumen, des Zeige- und des kleinen Fingers aneinander. Ring- und Mittelfinger bleiben verschränkt. Nach ein paar Minuten wirst du ihn wieder spüren, deinen Mut und, noch wichtiger, deinen Glauben an dich selbst.
Elefantenohren
Fühlt sich dein Kopf ein wenig taub an, weil du zu viel gearbeitet hast? Die Elefantenohren machen ihn wieder frisch und lebendig. Eine Massage der Ohren stimuliert gleichzeitig dein Gehirn.
Übung: Massiere deine Ohren sehr liebevoll innen um die Öffnung zum Gehörgang herum. Dann streichst du die Ohren nach außen hin aus und ziehst die Ohrränder sanft glatt, so dass ganz kurz Elefantenohren entstehen (siehe Foto oben). Das kannst du auch morgens unter der Dusche machen. Dreh beim Massieren den Kopf leicht hin und her.
Denken, Zuhören, Konzentrieren und das Fokussieren auf deine Ziele werden dir danach viel leichter fallen. Konzentrationsmangel kann viele verschiedene Ursachen haben. Die Übungen in diesem kleinen Workshop können sehr hilfreich sein, wenn du sie regelmäßig ausführst. Du solltest dir aber auch Gedanken darüber machen, ob du mögliche Störfaktoren für deine Konzentrationsschwäche erkennen und reduzieren kannst. Beschäftigt dich ein Problem, eine andere Aufgabe oder eine unvermeidbare Aussprache so sehr, dass du dich nicht mehr auf die Dinge, die du gern tun willst, konzentrieren kannst? Dann setz dich damit auseinander, bevor du weiterarbeitest. Danach ist dein Kopf wieder frei. Oder bist du einfach überarbeitet? Was könntest du dagegen tun?
Wenn du viel Zeit am Computer verbringst, brauchst du vielleicht einfach nur eine (neue) Brille. Auch das kann ein Grund für einen Mangel an Konzentration sein. Außerdem sind viele Studios wahre Elektrosmoghöllen. Manche Menschen reagieren darauf mit mentaler Gereiztheit oder Ermüdung. Auch das soziale Umfeld ist wichtig, wenn du konzentriert arbeiten möchtest. Finde heraus, was dich vom fokussierten Denken abhält.
Untersuche auch deine persönliche Motivation für deine Arbeit. Beschäftige dich mit deiner Zielsetzung. Sind es wirklich deine eigenen Ziele? Oder jagst du den Zielen anderer nach? Nimm dir ein wenig Zeit, herauszufinden, was du wirklich willst. Was dein größter Wunsch ist. Wenn du deine eigenen Ziele verfolgst, hast du immer genug Motivation, sie zu erreichen - auf deinem eigenen Weg. Und damit auch die notwendige Konzentration.
Im ersten Teil des Workshops geht es um medizinische Hintergründe und erste effektive Übungen (siehe weitere Artikel).
Diese und sehr viel mehr Techniken findest du in dem Ratgeber "Besser konzentrieren" (Humboldt-Verlag). Mit der beigelegten DVD kannst du in Originalgeschwindigkeit üben. Sie bietet ein knapp 60-minütiges Programm, aus dem du dir auch einfach zwei, drei Übungen für das tägliche Training aussuchen kannst.
Carola Wegerle, Jahrgang 1964, ist Schauspielerin und Autorin aus München. Sie schreibt Drehbücher, Kindergeschichten und Ratgeber. Zurzeit arbeitet sie an ihrem ersten Roman für Erwachsene.


