Deutsche POP - Ausbildung in Musik und Medien
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Berufsfeld Medien – der spannende Weg zum Traumjob (Teil 8)

12. Oktober 2011, von  Christian Einsiedel
Die Medienbranche fasziniert viele. Auch wenn Jobs im Rampenlicht ihre Schattenseiten haben, bietet die Arbeit viel Freiraum zur kreativen Selbstverwirklichung. Im achten Teil unseres Workshops geht es darum, wie man Kunden findet und sie dauerhaft bindet.
Traumberuf? Irgendwas mit Medien! (Foto: Salvatore Vuono/FreeDigitalPhotos.net).

Wahrgenommen wird, wer sich von anderen unterscheidet. Im siebten Teil des Workshops haben wir unseren visuellen Auftritt so gestaltet, dass er unsere Zielgruppe anspricht und uns in passenden Online-Netzwerken positioniert. Heute gehen wir offline auf unsere Kunden zu und arbeiten daran, sie auf Dauer zu binden.   

Erst flirten, dann vertiefen

 

Wer einen Partner sucht, sollte die eigenen vier Wände verlassen. Denn echte Begegnungen erzeugen einen verlässlicheren, nachhaltigeren Eindruck als Einträge in Online-Kontaktbörsen. Wir erleben den Gesprächspartner ja nicht nur per Foto oder E-Mail, sondern mit allen Sinnen - vom Händedruck über die Art zu sprechen bis zum Bauchgefühl, ob man sich auch auf Dauer verstehen wird.

 

Beim Flirten geht es aber auch um Selbstpräsentation. Wir zeigen unsere Vorzüge und blenden Macken und Unsicherheiten galant aus. Das mag oberflächlich sein, aber in der Phase der Kontaktanbahnung geht es nur ums Beschnuppern. Ist der erste Eindruck positiv, kommt später noch die Gelegenheit, in die Tiefe zu gehen.
 
Auch Akquise beginnt mit einer positiven Begegnung, um Aufträge geht es erst später. Daher lohnt es sich, wenn wir uns im Radioformat "einsdreißig", also in eineinhalb Minuten, präsentieren können. Fast noch wichtiger ist es, sympathisch und zuverlässig zu wirken. Gerade dann, wenn wir dringend einen Job brauchen, soll unser Gegenüber keinen Druck fühlen. Er soll nur unsere Visitenkarte mitnehmen und auch in ein paar Wochen noch wissen, zu welchem Gesicht und welcher Story sie gehört.   

Wer aufsucht, der findet

 

Nützliche Begegnungen müssen kein Zufall sein. Wir haben uns ja schon angewöhnt, unsere Augen offen zu halten, Informationen zu recherchieren und Gelegenheiten anzunehmen. Daher sollte es nicht schwer sein, uns bei Branchenevents zu zeigen - bei Messen wie "Photokina", "Musikmesse" oder "MIDEM", aber auch beim Tag der offenen Tür der Lokalredaktion oder bei inoffiziellen Freiberufler-Stammtischen.
 
Eine andere Möglichkeit: Warum bitten wir nicht gezielt Branchengrößen zum Interview? Es gibt genügend kostenlose Blätter oder Online-Magazine, die Autoren suchen und unserem Interviewpartner Reichweite bieten. Wenn wir die fertigen Texte später in unsere Homepage einbinden, zeigt das ganz subtil, dass wir mit den Besten unserer Zunft im Gespräch sind.
 
Ein Treffen können wir auch initiieren, indem wir bei erfahreneren Kollegen Orientierung suchen. Wenn wir als Cutter arbeiten möchten, rufen wir im Schnittstudio an und fragen nach einem Profi, mit dem wir unser aktuelles Projekt einmal im Vertrauen besprechen können, zum Beispiel bei einem Mittagessen auf unsere Kosten. Im Idealfall treffen wir auf einen Profi, dem es schmeichelt, dass er um Rat gefragt wird. Und selbst wenn jemand zu beschäftigt für ein Treffen ist, hat er vielleicht Tipps, wer uns weiterhelfen kann.   

Anrufe und Aufträge

 

Je mehr Kontakte wir auf diese Weise knüpfen, desto besser können wir einschätzen, zu wem unsere Leistung gut passt. Diese potenziellen Kunden sollten wir nicht nur per Newsletter über unsere Entwicklung auf dem Laufenden halten. Vielmehr informieren wir uns aktiv über ihre Projekte und bieten unsere Leistung immer wieder an. Das lässt sich schon im kleinen Maßstab trainieren - als Cutter bekommt unsere lokale Lieblingsband eine Videoerstellung zum Selbstkostenpreis; als Fotodesigner organisieren wir Shootings mit Models und Maskenbildnern, mit denen wir gerne arbeiten möchten. 
 
Dadurch gewinnen wir Multiplikatoren, die später auf uns zurückkommen und uns auch anderswo empfehlen - immer vorausgesetzt, wir liefern Qualität und gestalten das Projekt angenehm. Überzeugende, begeisternde Produkte sind im Verbund mit Spaß bei der Arbeit und zuverlässig eingehaltenen Deadlines und Budgets die beste Kundenbindungsmaßnahme überhaupt. Jeder Auftrag verdient es, dass wir uns 100-prozentig darauf einstellen und verstehen, was der Kunde braucht und erwartet. Und dann den Ehrgeiz entwickeln, diese Erwartungen zu übertreffen.
 
Wenn wir am Ball bleiben, werden wir Schritt für Schritt Teil der Branche. Für das erste Video mit einer größeren Band mieten wir uns im Schnittstudio ein und trinken auch einmal Kaffee mit dem Chef, den wir vor ein paar Monaten noch um Rat gefragt haben. Er bekommt unsere Visitenkarte, und bei der nächsten kleineren Anfrage, die sich für ihn nicht lohnt, erinnert er sich bestimmt an diesen netten Nachwuchs-Cutter, mit dem er neulich so gut zusammengearbeitet hat. 

Respekt und Reputation

 

Auch wenn sich daraus wieder neue Aufträge ergeben, sollte die Gage erst einmal zweitrangig sein - Respekt ist vorerst die wichtigere Währung.


Wie wir unsere Anfangserfolge systematisch ausbauen können, darum geht es im abschließenden neunten Teil des Workshops (in Kürze hier auf musicsupporter.de).


Der Autor

Christian Einsiedel studierte Publizistik, Philosophie und Musikwissenschaft. Nach Jobs als Multimedia-Projektmanager, TV-Redakteur, DJ und Tonstudio-Koordinator betreute er seit 2005 die innerdeutsche Expansion der Musik- und Medienakademie Deutsche POP. Heute fungiert er als "Leiter Personal & IT Systems" der Mutterfirma music support group und arbeitet als Coach für Bands und Einzelpersonen.