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Berufsfeld Medien – der spannende Weg zum Traumjob (Teil 4)

04. August 2010, von  Christian Einsiedel
Die Medienbranche fasziniert viele. Auch wenn Jobs im Rampenlicht ihre Schattenseiten haben, bietet die Arbeit viel Freiraum zur kreativen Selbstverwirklichung. Im vierten Teil des Workshops geht es darum, wie man die Herausforderungen angeht, die der Wunschzettel aufzeigt.
Traumberuf? Irgendwas mit Medien! (Foto: Salvatore Vuono/FreeDigitalPhotos.net).

Vom Ende zum Anfang

 

Das Ziel nicht aus den Augen verlieren, auch wenn unterwegs etwas den Blick verdeckt - die Voraussetzungen haben wir in der letzten Folge geschaffen. Nun schauen wir auf den Startpunkt: Was von dem, was ich als Medienprofi täglich leisten muss, kann ich bereits? Was muss ich noch lernen? Es lohnt sich wieder einmal, wenn wir die Antworten aufschreiben und unsere Kompetenz ehrlich einschätzen.

 

Zur Bestandsaufnahme gehört auch der Blick auf unsere Ressourcen: Welche Kontakte bestehen schon? Welches Know-how habe ich neben meiner Kernkompetenz (zum Beispiel Organisationstalent, Computerkenntnisse, Kundenfreundlichkeit)? Wie gut kann ich mich selbst motivieren? Habe ich Zugang zu gutem Equipment? Habe ich eigene finanzielle Mittel, oder vielleicht spendable Verwandte?

 

Ob uns die Antworten gefallen oder nicht - so sieht es hier und heute aus. Und einer weiteren Frage müssen wir uns stellen, vielleicht der schwierigsten von allen: Worauf kann ich - wenigstens zeitweise - verzichten? So wie bisher sind wir schließlich nicht ans Ziel gekommen. Wenn wir bereit sind, mit weniger Sicherheit, Bequemlichkeit oder Unterhaltung zu leben, öffnen wir Freiräume, um die Lücke zwischen Ist- und Soll-Zustand schnell zu schließen.    

 

Vom Willen zum Weg

 

Dabei können wir uns schon einmal an die Projekt-Denkweise gewöhnen, die so typisch für die Medienbranche ist: Egal ob es um die neue "H&M"-Plakatkampagne geht, um ein journalistisches Internetportal wie "Spiegel Online" oder um erfolgreiche TV-Events wie "Wetten, dass..?" - auch Unternehmungen dieser Größenordnung beginnen mit Bestandsaufnahme und Zukunftsvision. Profis gliedern den Weg zwischen diesen Punkten, indem sie Meilensteine festlegen: Was sind wichtige Schritte, ohne die das Endprodukt nicht gelingen kann?  

  

Berufserfolg als Projekt

 

Diese Technik können wir auch für unseren Berufseinstieg nutzen. Nehmen wir an, das Ziel ist es, bei einer Plattenfirma zu arbeiten. Am Ausgangspunkt haben wir außer Interesse für Musik und ein paar Gigs mit der eigenen Band keine weitere Erfahrung.

 

Mögliche Meilensteine wären: 

  • Überblick über Tätigkeitsfelder, Einstiegsvoraussetzungen und Arbeitsbedingungen bei Plattenfirmen;
  • Entscheidung für ein Tätigkeitsfeld, etwa für A&R-Management;
  • Marktüberblick, also genaue Kenntnis, welche Labels es gibt und wo ihre Schwerpunkte liegen;
  • Entscheidung für einen Ausbildungsweg, etwa kaufmännische Ausbildung kombiniert mit Musikmanagementkursen einer Privatakademie;
  • Fertigstellung von mindestens drei Referenzprojekten; zum Beispiel durch künstlerische und kommerzielle
  • Betreuung von Bands vor Ort;
  • erfolgreicher Abschluss der Ausbildung;
  • längeres Praktikum; etwa bei einem Indie-Label mit Künstlern, die uns gefallen;
  • Aktivierung von mindestens drei bisher geknüpften Kontakten, um Rückmeldung und Ratschläge für den Jobeinstieg einzuholen.

 

Wenn wir unseren Weg so strukturieren, behalten wir den Überblick und können auch anstrengende Teilaufgaben immer auf das große Ganze beziehen. Bis zur Bewerbungsphase sind wir Schritt für Schritt Teil der Branche geworden und können gut einschätzen, für welche Arbeitgeber wir interessant sind.


Ob der Einstieg gelingt, wissen wir natürlich trotzdem erst, wenn es so weit ist. Wie wir mit den Sorgen und Problemen umgehen können, die unterwegs auftauchen, darum geht es im fünften Teil der Serie (siehe weitere Artikel). 


Der Autor

Foto: hasskarl.de

Christian Einsiedel studierte Publizistik, Philosophie und Musikwissenschaft. Nach Jobs als Multimedia-Projektleiter, TV-Redakteur, DJ und Tonstudiomanager betreute er seit 2005 die innerdeutsche Expansion der Musik- und Medienakademie Deutsche POP. Aktuell fungiert er als "Leiter Personal & IT Systems" der Mutterfirma music support group. Als passionierter Musiker arbeitet er zudem in seiner Freizeit als Bandcoach, organisiert Workshops und bereitet junge Künstler auf Konzerte und Studioaufenthalte vor.