1. Ruf mich an!
Bevor ihr ein Produkt in eine Redaktion schickt, solltet ihr immer herausfinden, wer für euren Bereich zuständig ist. Am besten macht ihr das per Telefon. In einer Musikredaktion zum Beispiel ist für den Bereich Rock/Pop in der Regel jemand ganz anderes zuständig als für Volksmusik, Schlager oder Jazz. Eine Blindsendung bringt rein gar nichts, weil das Risiko viel zu groß ist, dass eure Sendung gar nicht bei der richtigen Person ankommt. Außerdem erinnert sich der Zuständige leichter an euch, wenn er schon mit euch gesprochen hat. Zudem könnt ihr Sympathiepunkte sammeln und das erhöht die Chance eines Berichtes.
2. Das Drumherum
Der erste Eindruck ist entscheidend. Das ist nicht nur bei persönlichen Begegnungen so. Natürlich habt ihr keinen Einfluss darauf, wie die Post eure Sendung behandelt. Aber ihr könnt zumindest sicher gehen, dass der Umschlag oder der Karton euch ohne Fettflecken verlässt. Auch irgendwelche Haare unter dem Tape oder sonstige Flecken machen sich nicht gut. Zudem solltet ihr darauf verzichten, einen alten, bereits mehrfach versendeten Karton oder Umschlag wieder zu verwenden. Ihr könnt bereits bei der Umverpackung mit farbigem Packpapier, einem schönen Umschlag oder Karton, einiges gewinnen. Außerdem sollte die Empfänger- und Absender-Adresse entweder in schöner und leserlicher Handschrift geschrieben sein, oder ihr druckt ein ordentlich gestaltetes Klebeetikett aus.
3. Sicher ist sicher
Immer gut einpacken ist ganz wichtig! Leider wird auf dem Weg zum Empfänger öfter mal was verknautscht. Deswegen solltet ihr auf möglichst stabile Materialien achten. Lieber eine Lage Paketklebeband zu viel, als dass eure CD in Teilen ihr Ziel erreicht. Solltet ihr einen Karton als Verpackung gewählt haben, muss der Innenraum gut ausgepolstert sein. Luftlöcher mit Verpackungsflips, Packseide oder Zeitungspapier-Knöllchen ausfüllen.
4. Das Herzstück
Das wichtigste bei der ganzen Sache ist natürlich das eigentliche Produkt. Der Optimalfall wäre, dass eure CD an sich schon so ausgefallen ist, dass sie alleine dadurch auffällt. Aber auch wenn das nicht der Fall sein sollte, könnt ihr durch die Verpackung erreichen, dass der Journalist zumindest mal reinhört. Hierbei kommt es nicht darauf an, möglichst teuer und hochwertig zu verpacken. Vielmehr muss die Verpackung auffallen und außergewöhnlich sein. So kann man zum Beispiel eine Stoffhülle selber nähen oder sich eine lustige Verpackung mit Alufolien einfallen lassen. Einfache Ideen sind dabei oft die besten. Beratet euch mit Freunden, Familie oder Bandmitgliedern und sammelt Ideen. Die verrückteste Idee solltet ihr umsetzen.
5. Beigaben
Einen weiteren Pluspunkt kann man erzielen, indem man Geschenke beilegt. Damit sind keine großen Sachen oder gar Bestechung gemeint, aber vielleicht habt ihr ja schon mal Aufkleber oder Pins machen lassen, oder einen kleinen Merchandise-Artikel – das kommt immer gut. Zudem sollte eure Sendung eine Info und Fotos über euch enthalten. Wenn vorhanden, ist es natürlich sinnvoll, schöne Hochglanzfotos oder Flyer beizulegen.
6. Waschzettel
Die Infos zu einer CD werden normalerweise in Form einer Bandbiografie verpackt (auch Waschzettel genannt). Darin solltet ihr auf den musikalischen Werdegang und auf eure Ausbildung in diesem Bereich eingehen. Ganz wichtig ist natürlich auch, dass ihr hervorhebt, warum ihr so toll seid. Das darf aber nicht platt formuliert sein. Am besten ist es, wenn ihr erste Referenzen oder Erfahrung vorweisen könnt. Gut ist es auch, wenn ihr schon mal mit einer bekannten Persönlichkeit zu tun hattet und ein Zitat dieser Person über euch selbst wiedergeben könnt. Außerdem sollte die Angabe eines Links zu mehr Infos nicht fehlen (MySpace oder Homepage). Genauso wichtig ist die Angabe eines Kontaktes, wie und wo ihr erreichbar seid, wenn noch Fragen offen sind.
Lasst eurer Fantasie und Kreativität freien Lauf. Das Wichtigste ist, dass derjenige, der das Produkt in die Hand bekommt, das Gefühl hat, dass euch die Angelegenheit wichtig ist. Lieblos gestaltete CDs mit knittrigem Infoblatt fallen sofort durch und werden meistens gar nicht erst angehört. Deswegen müsst ihr ein bisschen Arbeit investieren, vor allem als Newcomer, und euch etwas einfallen lassen. Wenn dann noch die Musik gut ist, klappt es auch mit einer Rezension.


