Wie sieht dein Berufsalltag aus? Ich beginne die Woche mit meinem persönlichen Early Monday: früh aufstehen und die Woche planen, liegen gebliebene Mails abarbeiten und viel Kaffee trinken. Die Phase des rasenden Reporters habe ich leider hinter mir gelassen. Die meiste Zeit sitze ich in Meetings oder telefoniere, um Geschichten für meine Magazine zu planen und Heftkonzepte zu diskutieren.
Auf welche Fähigkeiten kommt es an? Zuverlässigkeit, Kreativität, Kommunikationsfähigkeit, Belastbarkeit und eine stabile Gesundheit trotz des Schlafmangels und Stressfaktors.
Was sind Sonnen- und Schattenseiten? Die Sonnenseite des Blattmachens ist die Vielfalt der spannenden Themen, die einem begegnen und die Möglichkeiten, seine Kreativität ständig aufs Neue herauszufordern. Die Schattenseiten: 60 Stunden Arbeit pro Woche sind die Normalität - und es werden immer mehr ... Die Trennung von Privatleben und Beruf ist kaum möglich.
Wie bist du geworden, was du bist? Kurz gesagt: durch Einsatz und Ausdauer. Ich bin einer der wenigen noch existierenden Querensteiger: Nach der Ausbildung zum Reiseverkehrskaufmann war ich einige Jahre im Tourismus, dann Ausbildung zum Redakteur an der Deutschen Journalistenschule in München (DJS) und Studium der Kommunikationswissenschaft, Politik und Soziologie an der LMU. Während des Studiums freie Mitarbeit bei sueddeutsche.de, später bei der Süddeutschen Zeitung im Lokalteil. Danach war ich "arbeitnehmerähnlicher Freier Mitarbeiter" im Ressort Lokales und Münchner Kultur, parallel dazu Aufbau der Agentur text:bau mit eigenen Print-Titeln wie mucs-Magazin, spitzer und Klimahberbst.
Welche Tipps hast du für Einsteiger? Nicht aufgeben und nicht von anderen entmutigen lassen. Nimm die Analysen vermeintlicher "alter Hasen" über Berufschancen und die Zukunft des Journalismus nicht für bare Münze - denn niemand weiß wirklich, wie es weitergeht. So kannst du es dir einfach machen: Tu das, was du am liebsten machst, denn das ist das, was du am besten kannst. Und wenn du Erfolge hast, nicht ausruhen, sondern die offenen Türen nutzen.
Marco Eisenack, Jahrgang 1972, arbeitet als selbstständiger Journalist, Verleger, Moderator, Blogger und PR-Berater in München. An der Akademie Deutsche POP unterrichtet er am Standort München Texter-Kurse im Fachbereich Kommunikation.


