Deutsche POP - Ausbildung in Musik und Medien
musicsupporter.de  »  Design  »  Artikel – Logisch zum perfekten Logo

Logisch zum perfekten Logo

14. April 2010, von  Claus-Peter Schöps
Ein gutes Logo sollte einzigartig und zeitlos sein. Zeit sollte man sich nehmen, um einen großen Entwurf zu kreieren. Wer ein paar Gestaltungsregeln beachtet und etwas Formgefühl hat, wird nachhaltigen Erfolg haben. Ein kleine Einweisung in die moderne Logografie.
Kunstvolles Logo (Foto: Simon Howden/FreeDigitalPhotos.net).

Mediengestalter tragen eine große Verantwortung. Bei jedem Projekt, ob für Print oder digital, erschaffen sie visuelle Kreationen, die nachhaltig wirken. Ihre Entwürfe sind auf Flyern, Stickern, T-Shirts oder Magazinen, oft in hoher Auflage, in der Welt präsent. Leider gibt es selbst ernannte Gestalter, die sich dieser Verantwortung nicht bewusst sind - ihre Designs sind mitunter Ärgernisse für den Betrachter.

 

Besonders beim Erstellen von Logos ist dieses Phänomen häufig zu beobachten. Scheinbare Alleskönner meinen, sie könnten die Gestaltung selbst in die Hand nehmen und Geld sparen. Der professionelle Grafiker staunt dann nicht schlecht, wenn die Einzelteile eines extern angelieferten Logos in Word-Art, MS Paint, oder Nero-Burning-Rom/CD-Covergestalter zusammengeschubst wurden.

 

Und dennoch: Eine passable Logogestaltung ist durchaus möglich, ohne zuvor zehn Semester Logografie studiert zu haben. Hier sieben leicht zu merkende Gestaltungsregeln für die Erstellung eines Firmenlogos.

 

Logos„Hey, dich kenn' ich doch!“ – der Wiedererkennungseffekt

Ein Logo sollte einen hohen Wiedererkennungseffekt haben. Vermeide deshalb gängige Grafiken wie beispielsweise ein Autosymbol für Kfz-Werkstätten, ein Stück Wurst für einen Metzger oder eine Filmrolle für einen Kinobetrieb. Diese sich wiederholenden Elemente erschweren die Unterscheidbarkeit zu Konkurrenzunternehmen.

 

Immer am Zahn der Zeit – Zeitlosigkeit

Logos sollten zumindest ein paar Jahre ohne Re-Design bestehen können. Integriere deshalb keine kurz auftretenden Modeerscheinungen, Jahreszahlen oder Firmenzusätze wie OHG, GmbH oder AG.

 

Was nicht passt, wird passend gemacht – Identifikation und Corporate Identity

Das Logo muss zum Unternehmen passen und ein erstes Gefühl auslösen, das zum Leistungsbereich der Firma passt. Zum Beispiel harmonisieren feine Schriften meist besser mit sensiblen Bereichen wie Medizin, Natur oder Recht. Schwere Typo dagegen eignet sich besser für Technik- oder Bauwesen. Ähnlich verhält es sich mit dem Einsatz von Farben: Glänzendes Neonorange steht der Vorstadt-Disco, ein leichtes Grau dem Bestattungsunternehmen – nicht andersherum.

 

Weniger ist mehr – Vorsicht bei Effekten

Ein Logo sollte in der Regel keine außergewöhnlichen Effekte nutzen wie 3D-Reliefs, Schlagschatten, Metallic-Farben, Spiegeleffekte oder Farbverläufe. Diese Effekte wirken auf Papier gedruckt nicht halb so gut wie auf dem Monitor. Auch Autobeschriftungen oder Textildrucke sind wesentlich einfacher, günstiger und schöner zu realisieren – ganz ohne Effekte-Schnickschnack. Und natürlich gilt: Je mehr Farben verwendet werden, desto höher sind die Druckkosten.

 

Größe ist nicht immer durch Größe definiert – Skalierbarkeit

Logos müssen so gestaltet werden, dass sie sowohl sehr groß – beispielsweise auf Banner für Messen oder Außenwerbung – aber auch sehr klein – auf Visitenkarten oder Kugelschreibern – erkennbar sind. Deshalb vermeide dünne Linien und achte auf eine kompakte Form des Logos.

 

No matter if you're black or white – Schwarz-Weiß-Tauglichkeit

Ein Logo sollte auch im Schwarz-Weiß-Druck gut erkennbar sein, damit bei Fotokopien oder Fax-Sendungen nicht nur ein schwarzer Klecks als visuelles Erscheinungsbild der Firma übrig bleibt. Logos müssen sich sowohl auf weißem als auch auf schwarzem Hintergrund kontrastreich abheben.

 

Legal oder illegal – rechtliche Aspekte

Eine ausführliche Recherche im Internet zum Aussehen von Logos von Konkurrenzunternehmen ist für den Gestalter nicht nur inspirierend. Auf diese Weise kann er auch verhindern, dass das erstellte Logo in gleicher oder ähnlicher Form bereits existiert und eine Abmahnung nur eine Frage der Zeit sein wird. Das Logo sollte auch markenrechtlichen Kriterien standhalten. Die Verwendung von Begriffen aus dem Betätigungsfeld des Unternehmens ist beispielsweise ein Ausschlusskriterium für eine Markeneintragung.

 

Wer diese sieben Regeln beachtet und etwas Formgefühl hat, wird beim nächsten Logo-Entwurf ein gutes Ergebnis erzielen.

 

Learning by NOT doing – zur Nachahmung nicht empfohlen

Folgende zweideutige Varianten sollte man besser vermeiden. Auf den ersten Blick wirken diese Logos zwar allesamt hübsch - bei genauerem Hinsehen aber entstehen beim Betrachter unweigerlich unerwünschte Assoziationen.

 

Negativbeispiele

 

 

Photoshop Creative