Deutsche POP - Ausbildung in Musik und Medien
musicsupporter.de  »  Design  »  Artikel – Jobcheck (8): Kommunikationsdesignerin

Jobcheck (8): Kommunikationsdesignerin

02. März 2011, von  musicsupporter
Im achten Teil unserer Serie über spannende Kreativberufe gibt Margit Reinhart Einblicke in den Alltag als Kommunikationsdesignerin. Absolute Flexibilität, Schnelligkeit und Präzision sind essentiell für ihren Job, bei dem selten Langeweile aufkommt. Ihr Tipp: Immer sich selbst treu bleiben.
Margit Reinhart.

Wie sieht dein Berufsalltag aus? Erfahrungsgemäß gibt es Wellen, dann kommt alles zusammen und man muss das Wochenende durcharbeiten. Und dann gibt es gemäßigte Zeiten, in denen man weniger Aufträge hat und sich um Akquise und eigene Projekte kümmert - oder das vorher angefallene Chaos beseitigt. Da ich sowohl für Agenturen als auch für eigene Kunden arbeite, ist jeder Tag anders und von den Projekten meiner Auftraggeber abhängig, die oft parallel laufen. Da arbeitet man zum Beispiel an der Reinzeichnung einer Anzeige, an einem Online-Banner und einer Logo-Entwicklung gleichzeitig.

 

Auf welche Fähigkeiten kommt es an? Absolute Flexibilität in jeder Hinsicht. Man muss in der Lage sein, viele verschiedene Entwürfe zu machen, immer wieder von vorne anfangen und auch Lieblings-Designs loslassen zu können. Eine gute Designerin muss außerdem sehr schnell, sehr exakt und dabei auf einem hohem gestalterischen Niveau arbeiten. Starke Nerven und Stressresistenz sind hier von Vorteil.

 

Was sind die Sonnen- und Schattenseiten? Die Hauptmotivation eines Designers liegt oft darin, ein Produkt nach eigenen Vorstellungen gestalten zu dürfen und so Dingen ein Gesicht zu geben. Meist sieht das Endergebnis jedoch anders aus, da der Kunde eigene Vorstellungen hat. Trotzdem gibt es Sternstunden, wenn alle am selben Strang ziehen und man noch Jahre später stolz auf sein Design ist. Abgesehen davon, wird es in diesem Beruf selten langweilig, da man fast jeden Tag etwas komplett Neues macht. Die Schattenseiten sind die hohe Geschwindigkeit und der Leistungsdruck. Man sollte darauf achten, sich Freiräume zu schaffen und Pausen einzulegen, damit man kreativ bleibt.

 

Wie bist du geworden, was du bist? Ich habe die klassische Laufbahn absolviert: Nach meinem Kommunikationsdesign-Studium an der FH Würzburg war ich einige Jahre in einer Design-Agentur in Hamburg angestellt. Später habe ich mich selbstständig gemacht und arbeite seither freiberuflich für Agenturen und eigene Kunden in Hamburg und München.

 

Welche Tipps hast du für Einsteiger? Noten und Zeugnisse spielen in der Branche eher eine untergeordnete Rolle. Wichtig ist, gute Arbeiten in der Mappe zu haben. Wenn man keine eigenen Aufträge hat, kann man fiktive oder künstlerische Projekte zeigen. Für Auftraggeber und Agenturen ist die gestalterische Persönlichkeit am wichtigsten - hier sollte man immer sich selbst treu bleiben und nicht auf irgendeinen Geschmack hinarbeiten.


Margit Reinhart, Jahrgang 1972, ist Kommunikationsdesignerin mit den Schwerpunkten Corporate Design, Imagebroschüren, PR- und Werbemittel. Unter dem Namen "Studio Reinhart" hat sie ein Grafikbüro in München. An der Akademie Deutsche POP unterrichtet Reinhart die Einheiten Computer-Grafiker und Grafik-Designer am Standort München. 

Advanced Photoshop