Einer der glamourösesten Berufe unserer Zeit ist vermeintlich der des Fotografen. Braungebrannte Surfertypen fotografieren leicht bekleidete Models am Strand, verdienen scheinbar per Knopfdruck ihr Geld und prägen einen Großteil unseres visuellen Empfindens. So weit die allgemeine Annahme. Dahinter steckt freilich viel mehr: Dass wir uns heute dem schnellen Klick auf der Jagd nach Promis oder Modetrends widmen können, verdanken wir einigen Pionieren, die alles andere als Paparazzo- oder Lifestyle-Knipser waren, wie ihr in Teil zwei unserer Serie über die Geschichte der Fotografie erfahrt.
In wissenschaftlicher Präzision wurde in meist stunden-, teilweise tagelanger Geduldsarbeit ein Lichtbild erstellt. Digitale Technik war noch nicht erfunden, weshalb die Ursprünge der Fotografie im chemischen Labor zu finden sind.
Die erste offiziell betitelte Fotografie stammt aus dem Jahre 1826, erstellt von Joseph Nicéphore Niépce, der schon einige Jahre zuvor gemeinsam mit seinem Kollegen Louis Jaques Mandé Daguerre mit der "Camera Obscura" experimentierte.
Daguerre wiederum nimmt in den Geschichtsbüchern einen entscheidenden Platz ein, da er als Erfinder der Daguerreotypie gilt. Im Gegensatz zu Niepcé, der eine Asphaltplatte belichtete, verwendete Daguerre eine mit Jod bedampfte Silberplatte. Per Zufall entdeckte er, als er eine belichtete Platte in seinen Chemikalienschrank stellte, dass irgendeine Chemikalie das latente Bild sichtbar machen konnte. Nach ettlichen Versuchen war klar, dass diese Substanz das hochgiftige Quecksilber in aufgedampftem Zustand war. Das war 1837, als durch diese Methode die ersten fotochemischen Entwicklungen durch Daguerre vollzogen wurden.
In den Folgejahren beschäftigten sich weitere Wissenschaftler mit den Erfindungen von Niepcé und Daguerre, den vermutlich wichtigsten Meilenstein setzte aber ein junger Amerikaner im Jahr 1887: George Eastman.
Eastman war in erster Linie Bankangestellter und weniger Wissenschaftler, und es war vermutlich sein ausgeprägter Geschäftssinn, der der Fotografie zu ihrem Durchbruch verhalf. Sein Ziel war es, aus der nur wenigen Personen vorbehaltenen Geheimwissenschaft ein Allgemeingut zu schaffen. Gemeinsam mit dem Kamerahersteller Walker arbeitete er an einem Konzept für eine preisgünstige Kompaktkamera für Jedermann. Gleichzeitig erwarb er das Patent für Rollfilme auf Papierbasis, so dass schließlich im Jahr 1888 unter dem Namen KODAK die erste massentaugliche Fotokamera auf den Markt kam - die Grundlage zur analogen Rollfilmfotografie war geschaffen.
Was wir heute unter Marketing verstehen, beherzigte auch Eastman, denn er wusste: Um sich auf dem Markt etablieren zu können, brauchte er einen Namen, der in beinahe allen Sprachen gleich lautete und kurz und leicht auszusprechen war. Das Ergebnis lautete: KODAK. Somit begann das goldene Zeitalter der (Amateur-) Fotografie 1888.
Mehr erfahrt ihr im dritten Teil unsere Serie. In Kürze hier auf musicsupporter.de.


