1. Hell-Dunkel-Kontrast
Wo Licht, da auch Schatten, und aus genau diesem Grund ist eines der meist verwendeten Stilmittel der Hell-Dunkel-Kontrast. Sehr leicht einzusetzen ist diese Kontrastart in Situationen, in denen nur eine Lichtquelle vorhanden ist. Es entsteht automatisch ein gerichtetes Licht, welches nur einen Teil des Sujets beleuchtet und somit einen Fokus setzt. Sowohl Licht- als auch Schattenpartien spielen eine wichtige Rolle, denn das Zusammenspiel ergibt eine harmonische Bildaussage. Helle und dunkle Bildpartien ergänzen sich (siehe Foto rechts). Es liegt in der Sache der Natur, dass gerade in der Schwarz-Weiß-Fotografie der Hell-Dunkel-Kontrast das meist verwendete Stilmittel ist.
2. Flächen- oder Proportional-Kontrast
Eine sehr interessante Variante der Bildgestaltung ist der Einbezug unterschiedlich großer Flächen und Objekte, die in einem bestimmten Verhältnis zueinander stehen. Oftmals wirkt ein eher kleines und unscheinbares Objekt erst dann, wenn es in Bezug zu einem wesentlich größeren gesetzt wird. Oder in einer Frage formuliert: Wie viel Fläche gewähre ich jedem Objekt auf meinem Bild? Eine Schwierigkeit besteht darin, dass man dennoch einen Fokus setzt, also auf störende und ablenkende Objekte verzichtet. Sehr anschaulich wird dies bei allen Formen von Diagrammen. Ein klassisches Tortendiagramm besteht häufig aus einer großen, einfarbigen Fläche und einem kleinen Kuchenstück, das farblich anders gekennzeichnet ist. Auf den ersten Blick erschließt sich dem Betrachter das Verhältnis, und es entsteht ein Fokus.
3. Komplementär-Kontrast
Farben, die auf dem Farbkreis direkt gegenüber liegen, bezeichnet man als Gegen- oder Komplementär-Farben. Sind nun zwei Objekte auf einem Bild, die in einem direkten Verhältnis zueinander stehen, jeweils in einer der beiden Gegenfarbe gehalten, spricht man vom Komplementär-Kontrast (siehe Foto links).
Bildanalyse:
Im Bildbeispiel oben stehen helle und dunkle Bildpartien im Verhältnis zueinander. Es wurde mit einer Lichtquelle gearbeitet. Eine Bildaussage entsteht fast ausschließlich durch Licht und Schatten sowie hell und dunkel. Im Bildbeispiel links kommen sowohl der Flächen-, als auch der Komplementär-Kontrast zum Einsatz. Flächenkontrast: Das kleine U-Bahn-Schild wird besonders hervorgehoben durch die Rückwand des Hauses, die einen Großteil der Bildfläche einnimmt. Weitere kleine Flächen wie etwa die Fenster befinden sich am Bildrand und dienen hauptsächlich der Geometrie. Komplementär-Kontrast: Blau und Gelb sind zueinander komplementär. Beide Farben stehen in direktem Verhältnis zur Bildaussage, da sie die wesentlichen Bestandteile des Bildes prägen. Besonders unterstützt wird dies in diesem Fall auch noch durch den Flächenkontrast.
Der Autor
zeegaro, Jahrgang 1980, absolvierte eine klassische Ausbildung zum Fotografen, gefolgt von einer Ausbildung zum Eventmanager. Er assistierte namhaften Mode- und Werbefotografen und leitete ein renommiertes Mietstudio für Film- und Fotoaufnahmen in operativer Administration. Seit 2006 ist er als freischaffender Fotograf und Fotodesigner schwerpunktmäßig in den Bereichen Kultur, Wirtschaft und Gastronomie tätig, wobei er unter anderen Sir Peter Jonas, Henning Wehland, Patricia Petibon und Deichkind für Magazine und Verlage fotografierte. Neben People- und Porträtaufnahmen gehören Stillleben-Kompositionen und Unternehmenskommunikation zu seinen Kompetenzen und Leidenschaften. Sein erweiterter Kundenstamm besteht aus Soft- und Hardware-Firmen, Caterern, Handwerksbetrieben und Künstlern.



