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Klicktipps - digitale Fotografie leicht gemacht (Teil 2)

25. Mai 2010, von  zeegaro
Eine Kamera haben die meisten. Und knipsen kann jeder. Aber nur wenige wissen, worauf es beim Fotografieren wirklich ankommt. Unsere Serie soll dabei helfen, Prozesse zu verstehen und Ergebnisse zu optimieren. Im zweiten Teil geht es um die Themen Licht und Farbmischsysteme.
Fotografieren leicht gemacht (Foto: Tim Reckmann/Pixelio.de).

Wie in allen Bereichen des Lebens spielt auch in der profesionellen Fotografie der Workflow eine besondere Rolle. Worum es sich dabei handelt, haben wir im ersten Teil der Serie behandelt. Ganz entscheidend ist dabei der Farbraum bzw. Gamut, denn Farbe ist nicht gleich Farbe. Aber was ist Farbe überhaupt?   

  

Das Licht

 

Wissenschaftlich-physikalisch betrachtet, ist Licht die Summe bestimmter Wellenlängen. Je nach Fehlen oder Vorhandensein von Wellenlängen empfinden wir eine Farbe. So ist zum Beispiel weißes Licht die Summe aller sichtbaren Wellenlängen. So weit die Theorie.

 

Nun liegt bei der Fotografie oftmals die Schwierigkeit darin, rein theoretische Aspekte in praktische umzusetzen, denn in einem Faktor sind wir Menschen der Theorie diesbezüglich überlegen: unserem Gehirn.

 

Selbst in noch so schummrigen Lichtverhältnissen können wir Dinge sehen, die eine Kamera nur mit Mühe oder gar nicht wiedergeben kann. Dem Gehirn sei Dank, denn diese einzigartige Fähigkeit, Informationen zu interpretieren und abzugleichen, ist der Fotografie weit voraus. Dennoch wollen wir natürlich den schönen Sonnenuntergang oder eine Nachtstimmung fotografisch festhalten oder gar zu Papier bringen.

 

Fotografie beschäftigt sich somit mit vielen technischen Aspekten, um der empfundenen Realität möglichst nahe zu kommen. Das Auge als Linse, das Gehirn als Sensor sowie die Sonne als Lichtquelle gilt es zu toppen.

 

Hilfreich dabei sind die sogenannten Farbmischsysteme. Es wird in zwei Arten unterschieden:

  1. additives Farbmischsystem
  2. subtraktives Farbmischsystem

Additives Farbmischsystem

 

Wie man dem Wort bereits entnehmen kann, besteht der Kern dieses Farbmischsystems im Hinzufügen von Wellenlängen. Konkret formuliert entsteht eine Farbe aus dem Mischen der Grundfarben ROT (R), GRÜN (G) und BLAU (B). Ist also von einem RGB-Modus die Rede, findet rein technisch betrachtet das additive Farbmischsystem Anwendung. Die meisten Kameras und Monitore stellen Farben nach diesem Prinzip dar.   

Subtraktives Farbmischsystem

 

Im Gegenzug dazu erhält man im subtraktiven Farbmischsystem eine Farbe dadurch, dass Wellenlängen entfernt werden. Man geht von weißem Licht aus und filtert bestimmte Teile des Lichspektrums heraus. Hier sind die Grundfarben CYAN (C), MAGENTA (M) und YELLOW (Y). Man spricht in der Praxis vom CMYK-Modus, wobei das "K" den Schwarzanteil definiert. Fast alle Drucksysteme arbeiten in diesem Modus.

 

Generell lässt sich sagen, dass man mit beiden Methoden ein und den selben Farbton erreichen kann. In der Praxis zeigt sich aber, dass bei Anwendung der CMYK-Methode insofern nachgeholfen werden muss, dass zusätzlich zu den drei Grundfarben noch ein rein schwarzer Kanal (K) ins Spiel kommt, um ein reines Schwarz bzw. die entsprechende Sättigung zu erhalten.

 

Dieses Basiswissen ist absolut wichtig für den weiteren Verlauf in unserem Workflow. Eine Kamera nimmt meistens im RGB-Modus auf, die Weiterverarbeitung insbesondere im Print-Bereich findet oftmals im CMYK-Modus statt. Und schon sind wir beim Farbmanagement gelandet.

 

Auf den Kern des Farbmanagements, insbesondere auf die Thematik der "Profilierung", werden wir im dritten Teil intensiv eingehen (siehe weitere Artikel).


Der Autor

zeegaro, Jahrgang 1980, absolvierte eine klassische Ausbildung zum Fotografen, gefolgt von einer Ausbildung zum Eventmanager. Er assistierte namhaften Mode- und Werbefotografen und leitete ein renommiertes Mietstudio für Film- und Fotoaufnahmen in operativer Administration. Seit 2006 ist er als freischaffender Fotograf und Fotodesigner schwerpunktmäßig in den Bereichen Kultur, Wirtschaft und Gastronomie tätig, wobei er unter anderen Sir Peter Jonas, Henning Wehland, Patricia Petibon und Deichkind für Magazine und Verlage fotografierte. Neben People- und Porträtaufnahmen gehören Stillleben-Kompositionen und Unternehmenskommunikation zu seinen Kompetenzen und Leidenschaften. Sein erweiterter Kundenstamm besteht aus Soft- und Hardware-Firmen, Caterern, Handwerksbetrieben und Künstlern.