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Erfrischende Bandfotos (Teil 2)

04. Februar 2011, von  Bernhard Blöchl
Johannes Wosilat ist freier Fotograf aus Esslingen. Mit der Newcomerband Unter anderen Jonas hat er ein Shooting absolviert, bei dem spektakuläre Fotos entstanden sind. Im zweiten Teil des Interviews erklärt er, was ein gutes Bandfoto ausmacht, und gibt Tipps für Einsteiger.
Spaß im Nass (Fotos: Johannes Wosilat).

Gute Bandfotos sind für Musiker ein wichtiger Schritt hin zu mehr Öffentlichkeit. Was macht ein gutes Bandfoto aus?

 

Johannes: Für mich ist ein Bandfoto dann gut, wenn es mich packt, mich fixiert, die Gedanken und meine
Gefühle springen - und ich letzten Endes die Musik kaufen möchte. Dann finde ich, hat das Bandfoto sein Ziel erreicht: gut zu sein.

 

Kann sich eine Newcomerband ohne Vertrag so ein Shooting überhaupt leisten?

 

Johannes: Das kann ich leider nicht beantworten. So ein Fotoshooting ist mit sehr großem Aufwand verbunden. Aber nicht jedes Shooting hat eine Größenordnung wie bei Unter anderen Jonas. Ich glaube, es hängt vom Ziel ab, das die Band sich selbst steckt. Wenn ich eine Anfrage von einer Band bekomme, fordere ich immer eine Idee mit ein. Haut mich die Idee vom Hocker, kann man gerne über den Preis sprechen.

 

Welche Tipps hast du für Kollegen und Anfänger, was Bandfotos betrifft?

 

Johannes: In erster Linie kommt es auf die Idee an. An Bandbildern sollte der Betrachter hängen bleiben, unabhängig davon, ob es eine interessante Geschichte ist, die eine Band mit den Bildern erzählt, oder ob es nur ein Porträt mit Ausstrahlung ist. Zu erst sieht der Käufer das Optische, und das muss einfach das Interesse des Kunden wecken. Dann kommt das Musikalische, dessen Qualität von der Band abhängt. Das muss natürlich auch stimmen.

 

FotoshootingIch denke, heutzutage ist es besonders wichtig, dass man als Musiker ein Konzept hat, das bei der Gestaltung der Webseite anfängt, bei Visitenkarten, Bildern und Videos weitergeht und bei der Musik endet. Ich spreche über den Wiedererkennungswert, die Coporate Identity. Denn es gibt viele Bands, und der User im Internet ist die komplette Zeit mit Reizüberflutung beschäftigt. In der heutigen audiovisuellen Welt der Musik muss man mithalten können und hervorstechen. Und da reicht oft nicht nur gute Musik, es bedarf eines ausgearbeiteten Konzepts. Dieses zeigt die Richtung an. Gibt es kein Konzept, läuft jedes Bandmitglied ungewollt in eine eigene Richtung. Und der Erfolg bleibt aus.

 

Zum Abschluss die Frage, warum du Fotograf geworden bist?

 

Johannes: Das kreative Arbeiten, das Handwerk an sich, bis hin zur Bildretusche - all das reizt mich an der Fotografie und begeistert mich. Man kann seine Gefühle oder Einstellungen zu etwas durch die Fotografie sehr gut ausdrücken. Ähnlich wie bei der Malerei. Fotografie ist nicht einfach nur Fotografie, sondern es fängt bei einer Idee an, geht über Planen, mit dem Team telefonieren, Bilder anschauen, Gedanken ordnen, freie Mitarbeiter buchen, Studio und Technik mieten, über noch mehr Telefonate, Lichteinstellungen bis hin zum eigentlichen Fotografieren und hört dann bei der Bildretusche auf. Diese organisatorische Arbeit mag ich.


Im ersten Teil des Interviews erzählt Johannes vom Fotoshooting mit der Newcomerband Unter anderen Jonas (siehe weitere Artikel). 


Kurzinfo: Johannes Wosilat

 

Johannes Wosilat, Jahrgang 1986, ist freier Fotograf aus Esslingen. Seine Fotografie positioniert umfangreiche Bildserien wie auch Einzelwerke in den Segmenten Werbung, Fashion und People. Den Bachelor-Grad in Kommunikationswissenschaft und Fotodesign erwarb er 2010 an der Lazi-Akademie in Esslingen am Neckar und bestand sein Studium mit der "Auszeichnung für hohen Standard". Sein Arbeitsmotto lautet: "Don't think ... Feel!"   

  

Kurzinfo: Unter anderen Jonas

 

Die Newcomerband aus Stuttgart besteht aus den vier Musikern Jonas Be, Maurice Kiesler, Emanuel Grammenos und Christoph Mack. Seit Frühjahr 2010 kombinieren sie flächige Gitarrenklänge, fließende Bass-Grooves und pulsierende Beats zu einem brodelnden Rock'n'Rap-Gemisch. Im Frühjahr 2011 soll eine Maxi-CD mit neuen Songs erscheinen.